Ein Plan fürs Gehen
Im November 2023 hat Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) den Masterplan Gehen im Gemeinderat als in Planung bezeichnet,1 und im Jänner 2024 hat er angekündigt, dass ein Antrag an den Stadtsenat vorbereitet wird.2 Ich habe im selben Monat darauf hingewiesen, dass Graz einen Masterplan Gehen beschlossen hat und es Zeit ist, das auch in Linz anzugehen und die Bundesförderung „klimaaktiv mobil“ dafür abzuholen.3 Im April 2024 hat der Stadtsenat einstimmig das Büro Rosinak & Partner mit dem Masterplan beauftragt, veranschlagt waren knapp 70.000 Euro.45
In den Plan sind auch die Fußverkehrs-Checks eingeflossen, die 2022 im Franckviertel rund um den Bulgariplatz und in Kleinmünchen-Auwiesen gemacht wurden,678 dazu eine Online-Erhebung des VCÖ und die Meldungen im städtischen System „Schau auf Linz“.9 Zusammengekommen sind dabei 274 Schwachstellen,10 und für sie sind im Masterplan 280 Maßnahmen an konkreten Standorten festgelegt.11 Laut Masterplan hat Linz rund 480 Kilometer Gehsteige, etwa 22 Prozent davon sind schmäler als zwei Meter und entsprechen damit nicht den Richtlinien, und für weitere 22 Prozent gibt es keine verlässlichen Daten zur Breite.12 Zu Fuß gehen die Linzer:innen wieder mehr, der Anteil ihrer Wege ist nach einem Rückgang von 28,6 Prozent im Jahr 1992 auf 21,9 Prozent im Jahr 2012 bis 2022 wieder auf 25,7 Prozent gestiegen.13
Am 5. Juni 2025 hat der Gemeinderat den Masterplan Gehen als Grundsatzbeschluss angenommen, alle Fraktionen haben zugestimmt, nur die FPÖ hat sich enthalten.14 Begründet hat die FPÖ das damit, dass der Plan die Beschränkung oberirdischer Parkplätze, schmälere Fahrbahnen, Einbahnregelungen und Fahrbahnverengungen enthält.15 Laut Beschluss ist der Masterplan keine Vorentscheidung über einzelne Maßnahmen, das heißt, jede Umsetzung braucht einen eigenen Beschluss und ist nur mit Geld möglich, das schon im Budget steht.16 Eingeteilt sind die Maßnahmen in kurzfristige mit einem Planungshorizont bis zu drei Jahren und in mittel- bis langfristige mit vier bis zehn Jahren,17 und der Plan hat vier Ziele mit zwölf Handlungsfeldern und Indikatoren bis 2040.18 Ob sie erreicht werden, soll die Stadt alle fünf Jahre prüfen.19
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Stelen für ein Fußgängerleitsystem
Ist0 203012 204022
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Volksschulen mit Schulwegplan
Ist 20246 203041 2040kein Ziel
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Schulen mit beruhigtem Umfeld oder Schulstraße
Ist 20249 203012 204018
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Städtische Trinkbrunnen
Ist 202490 2030103 2040123
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Anteil der Wege zu Fuß und mit dem Rad
Ist 202236,4 % 203040 % 204050 %
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Fläche von Fußgängerzonen, Wohnstraßen und Begegnungszonen in m²
Ist 202496.070 2030100.000 2040110.000
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Städtische Bäume entlang der Wege
Ist 202412.422 203012.750 204013.250
Wir haben dem Masterplan zugestimmt, und ich habe in der Debatte gesagt: „wir unterstützen den Plan aus Überzeugung“.26 Ich habe aber auch darauf hingewiesen, dass viele Maßnahmen auf das Förderprogramm „klimaaktiv mobil“ des Bundes ausgerichtet sind, das es in seiner alten Form de facto nicht mehr gibt.27 Der Masterplan ist laut eigenem Text die Voraussetzung für diese Förderung,28 und das Verkehrsministerium hat für „klimaaktiv mobil“ 2024 noch 95 Millionen Euro eingeplant, 2025 77 und 2026 69,5 Millionen, und ob die Förderinitiative 2026 neu aufgelegt wird, hat es wegen der Budgetkonsolidierung offen gelassen.29 Auf der Themenseite der Stadt zum Gehen heißt es am 28. Oktober 2026 übrigens noch immer, dass der Masterplan gerade erstellt wird.30
„Was ein wenig zu kurz kommt, sind kleine und durchaus wirksame Schritte, die schnell, kostengünstig und mit unmittelbarem Effekt umgesetzt werden könnten.“26
Sieben Leitprojekte und wo sie stehen
Die sieben Leitprojekte des Masterplans sind der Hauptplatz mit Domgasse und Klosterstraße, die Hafenstraße bei der Gallanderstraße, die südliche Landstraße mit der Achse zum Martin-Luther-Platz, der Hinsenkampplatz und die Hauptstraße, der Lonstorferplatz mit Ebenhochstraße und Freytagstraße, ein Möblierungskonzept und ein Fußgängerleitsystem für die Innenstadt.31
Für den Hauptplatz hat der Gemeinderat im Juli 2025 Planung und Ausschreibung vergeben, mit einem Rahmen von höchstens 6 Millionen Euro, und als Baustart war der Herbst 2026 genannt.32 Im April 2026 hat die Stadt den Baustart auf das Frühjahr 2027 verschoben, weil die Abdichtung der Tiefgaragendecke saniert werden muss,33 und am 5. Oktober 2026 hat sie mitgeteilt, dass auch der April 2027 wegen offener rechtlicher und vertraglicher Fragen zur Tiefgarage nicht hält und ein neuer Zeitplan noch nicht feststeht.34 Die Umgestaltung der Domgasse, die zum selben Leitprojekt gehört, hätte um 360.000 Euro breitere Gehsteige und mehr Sitzplätze gebracht, und der Gemeinderat hat sie im Dezember 2025 abgelehnt, weil sich SPÖ, Grüne, FPÖ, KPÖ und Gemeinderat Clemens Brandstetter enthalten haben.35 Wir haben uns enthalten, weil die Planung die Fahrbahn bestehen lässt und die Ein- und Ausfahrten nicht beruhigt. „Für das jetzige Provisorium ist das in Ordnung, aber für eine echte Umgestaltung, so wie wir sie gerne gehabt hätten, ist es zu wenig. Das Auto bleibt in der Fahrbahn sehr dominant“, habe ich gesagt.36 Wie der Straßenraum aus Kinderaugen aussieht, habe ich im September 2026 beim Mobilitätsfest in der Domgasse selbst ausprobiert.37
In der Hafenstraße nördlich der Gallanderstraße ist der Gehsteig laut Masterplan nur einen Meter breit.38 Im Mai 2026 hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Hafenstraße dort umzubauen, mit einer Druckknopfampel mit Blindenakustik und einem Kostenrahmen von höchstens 610.000 Euro,39 und LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik hat daran erinnert, dass die Lösung rund neun Jahre gedauert hat.40 Am Martin-Luther-Platz wird seit April 2026 gebaut, und die Kosten sind von rund 759.000 Euro auf rund 995.400 Euro gestiegen.41 Laut Stadt werden dort rund 1.000 Quadratmeter entsiegelt, 20 Bäume gepflanzt und 7 Sitzbänke, 15 Sessel und ein Trinkbrunnen aufgestellt, und die Johann-Konrad-Vogel-Straße wird Begegnungszone.42 Für die neue Baumreihe aus Ulmen in der Johann-Konrad-Vogel-Straße kommt auch Geld aus unserem Stadtgrünressort.43 Den Vorschlag von LinzPlus, die Ampel an der Kreuzung Landstraße, Bürgerstraße und Langgasse zu entfernen und die Begegnungszone in der südlichen Landstraße fertigzugestalten, hat der Gemeinderat im Juli 2026 abgelehnt, weil sich SPÖ, ÖVP, FPÖ, NEOS und Gemeinderat Obermayr enthalten haben.44
Eine Begegnungszone in der Hauptstraße in Urfahr haben wir schon im März 2016 beantragt, Berichterstatter war Klaus Grininger, und der Gemeinderat hat den Antrag damals einstimmig dem Infrastrukturausschuss zugewiesen.45 Im Mai 2024 hat der Gemeinderat unseren Antrag angenommen, am Hinsenkampplatz oberirdische Querungen für Fuß- und Radverkehr zu schaffen, Berichterstatter war Markus Rabengruber.46 Heute sind Hinsenkampplatz und Hauptstraße gemeinsam ein Leitprojekt.31 Zur ersten Informationsveranstaltung der Stadt im Juli 2025 sind rund 80 Interessierte gekommen,47 und Hajart hat damals angekündigt, das Konzept im Frühjahr 2026 vorzustellen, der Umbau könnte nach Detailplanung und Gemeinderatsbeschluss ab Frühjahr 2028 starten.48 Im Dezember 2025 hat der Gemeinderat einstimmig 100.000 Euro für Sitzmöbel, Pflanztröge und Bepflanzung in der Hauptstraße genehmigt,49 und im Juni 2026 hat die Stadt als ersten Schritt drei temporäre Parklets vorgestellt, die „Urfahraner Kisterl“.50
Für das Kisterl an der Reindlstraße musste ausgerechnet ein Behindertenparkplatz weichen, und ich habe im Oktober 2026 von Verkehrsreferent Hajart verlangt, „dass er das sofort repariert und einen gleichwertigen Ersatz in unmittelbarer Nähe schafft“.51 Für das Möblierungskonzept arbeitet die Stadtplanung laut ÖVP-Gemeinderätin Schütz an einem Gestaltungshandbuch für den öffentlichen Raum.52 Das Fußgängerleitsystem aus dem Kulturhauptstadtjahr 2009 wurde nach 14 Jahren abgebaut, ein neues soll kurzfristig folgen,53 mit 12 Stelen bis 2030.20 Eine Beschilderung der Fußwege nach dem Vorbild „Legible London“ haben wir schon im September 2022 mit unserem Antrag „Let’s go“ verlangt, und SPÖ, ÖVP, FPÖ und MFG haben ihn damals mit ihrer Enthaltung abgelehnt.54
Unterwegs mit Linz zu Fuß
Linz zu Fuß ist ein Verein, der den Fußverkehr fördert,55 und er lädt zu GEHsprächen ein, geführten Spaziergängen durch und rund um Linz.56 Im Juni 2022 war ich beim Fußverkehrs-Check von Linz zu Fuß im Franckviertel rund um den Bulgariplatz dabei, einem Projekt von Klimabündnis Oberösterreich und dem Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum,57 und dieser Check steht heute im Quellenverzeichnis des Masterplans Gehen.7
Im April 2024 hat eine Rollstuhlfahrerin bei einem GEHspräch rund um den St. Barbara-Friedhof gezeigt, wo es Barrieren gibt,58 und in der Hamerlingstraße führen am Gehweg zwischen den Häusern 23 und 30 unvermittelt zwei Stufen nach unten.59 Im Juli 2026 waren wir gemeinsam mit Christoph Etzlstorfer, dem Vizepräsidenten des Österreichischen Behindertensportverbands, und mit Linz zu Fuß in der Innenstadt unterwegs, um sie so zu erleben, wie sie ein Rollstuhlfahrer erlebt.60
„Eine Stadt, die für Menschen im Rollstuhl gut funktioniert, ist auch besser für ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen, Kinder und alle, die zu Fuß unterwegs sind.“60
Im Oktober 2026 war ich beim GEHspräch von Linz zu Fuß im Franckviertel, wo es gemeinsam mit dem Stadtteilzentrum Franckviertel-Bulgariplatz darum ging, wo man sich hinsetzen kann und wo Sitzgelegenheiten fehlen.61 „Eine Bank ist nicht bloß Stadtmöbel, sondern kann darüber entscheiden, wie selbstständig jemand im Viertel unterwegs sein kann“, habe ich danach geschrieben.61 Mehr Sitzgelegenheiten rund um das Seniorenzentrum Liebigstraße im Franckviertel hatte Ahoi-Gemeinderat Clemens Brandstetter schon im Dezember 2025 verlangt,62 und seinen Antrag für ein Pilotprojekt mit Sitzgelegenheiten bei Seniorenpflegeeinrichtungen hat der Gemeinderat einstimmig einem Ausschuss zugewiesen.63
Ende Oktober 2026 habe ich mir auf Initiative von Gemeinderat Clemens Brandstetter (Ahoi Linz) und von Linz zu Fuß den Bahnhof Linz-Wegscheid angeschaut, und dort sind weder der Eingang noch die Zugänge zu den Bahnsteigen oder die Bahnsteige selbst barrierefrei.64 „Eine schnelle Zugverbindung bringt wenig, wenn schon der Weg zum Zug zum Hindernis wird!“, habe ich danach geschrieben.65 In der Liste der Schwachstellen des Masterplans steht zu den Gleisen bei Wegscheid, dass man sie erst bei der B1 queren kann, und das bedeutet einen Umweg von einem Kilometer.66 Laut Masterplan häufen sich die erhobenen Schwachstellen in dicht besiedelten Stadtteilen wie Innere Stadt, Urfahr und Bulgariplatz,67 gesammelt wurden sie unter anderem bei den Fußverkehrs-Checks im Franckviertel und in Kleinmünchen-Auwiesen und aus den Meldungen in „Schau auf Linz“.69
Mit der Stadt arbeitet Linz zu Fuß inzwischen auch zusammen, im Juni 2026 haben Stadt, Radlobby Linz und Linz zu Fuß angekündigt, Sackgassen besser zu kennzeichnen, durch die man zu Fuß und mit dem Rad weiterkommt.6869
Unsere Anträge für mehr Platz zum Gehen
2017 haben wir mit „Parkbank statt Parkplatz“ für den Andreas-Hofer-Park und mit einem Antrag für Parklets mehr Platz für Menschen statt für parkende Autos verlangt, und beide Anträge hat der Gemeinderat abgelehnt, weil sich SPÖ, FPÖ und NEOS beziehungsweise SPÖ, FPÖ und ÖVP enthalten haben.70 2020 sind unsere Anträge für eine Begegnungszone in der Altenbergerstraße und für einen sicheren Schulweg an der Enthaltung von SPÖ und FPÖ gescheitert.71 Im Mai 2021 haben wir beantragt, nach dem Kopenhagener Modell ein Konzept auszuarbeiten, mit dem die Parkplätze an der Oberfläche jedes Jahr um drei Prozent weniger werden, Berichterstatter war ich, und SPÖ, FPÖ und ÖVP haben sich enthalten.72
In der Heindlstraße in Urfahr dürfen Autos mit Genehmigung der Stadt am Gehsteig parken, und ich habe im Februar 2024 verlangt, dass der Gehsteig nur mehr den Fußgänger:innen zur Verfügung steht.73 Auf meine Anfrage, wo das in Linz sonst noch erlaubt ist,74 hat Hajart im Mai 2024 nach einer internen Erhebung 25 Stellen aufgezählt, an denen man am Gehsteig parken kann, und eine auf einem Radweg, ohne Garantie auf Vollständigkeit und ohne Pläne, daran etwas zu ändern.75 Unseren Antrag, die Erlaubnis in der Heindlstraße aufzuheben, hat der Gemeinderat im Juni 2024 abgelehnt, die ÖVP hat dagegen gestimmt, SPÖ, FPÖ und NEOS haben sich enthalten.76 „Wir fordern: Gehsteig zurück an die Fußgänger:innen und weg mit den Parkplätzen“, habe ich am Tag der Sitzung geschrieben.77
Durchgesetzt haben wir im Mai 2024 die oberirdischen Querungen am Hinsenkampplatz46 und im März 2025 den Ausbau des Gehwegs an der B125 Prager Straße, der unterhalb des Kalkgruberwegs an manchen Stellen nur 70 bis 80 Zentimeter breit ist, und diesen Antrag, den ich eingebracht habe, hat der Gemeinderat einstimmig angenommen.78 „Die Sicherheit für die Fußgänger:innen muss hier oberste Priorität haben“, habe ich dazu geschrieben.79 An der Promenade hat die Stadt im Februar 2025 einen neuen Schutzweg errichtet, nachdem unter anderem wir Grüne, Ahoi Linz und die KPÖ eine Gehwegsperre bei der Baustelle der Sparkasse kritisiert hatten.80 Als die FPÖ im Juli 2026 prüfen lassen wollte, ob Radfahren in der Fußgängerzone Landstraße erlaubt bleiben soll, habe ich gesagt, „dass ein Verbot keine Lösung ist“, und der Antrag wurde dem Mobilitätsausschuss zugewiesen.81
Der Masterplan Parken lässt auf sich warten
Im Februar 2025 haben die NEOS beantragt, dass Mobilitätsstadtrat Hajart gemeinsam mit den Ressorts für Stadtplanung und Klimaschutz einen „Masterplan Parkplatz“ ausarbeitet,82 der festlegt, wo Parkplätze kurz- und langfristig wegfallen, die Bürger:innen in den betroffenen Straßenzügen beteiligt und die geplanten Bewohnerparkzonen festschreibt.83 Der Gemeinderat hat den Antrag einstimmig dem Ausschuss für Mobilität und Märkte zugewiesen.84 Hajart hat dabei gesagt, er habe schon rund zwei Jahre davor per E-Mail ein gemeinsames Projekt für eine Parkstrategie vorgeschlagen, das aber nicht weitergekommen sei.85 „Von daher sollte es nicht nur darum gehen, welche Parkplätze wegfallen und wann, sondern vor allem darum, was die alternative Nutzung dieser Flächen betrifft“, habe ich für uns gesagt.86
Im April 2025 hat die Stadt angekündigt, unter der Leitung von Hajart an einem „Masterplan Parken“ zu arbeiten,87 mit einem Sonderausschuss Anfang Mai,88 der dann im Juni stattgefunden hat.89 Am Magistrat hat eine Projektgruppe acht Handlungsfelder festgelegt,90 und im Dezember 2025 hat der Stadtsenat eine externe Stelle beauftragt, erst einmal die Datengrundlage und die Methode für künftige Erhebungen abzuklären.91 Hajart selbst hat es im April 2026 „völlig unbefriedigend“ genannt, dass es in Linz so wenig valide Daten zum Parken gibt und die vorhandenen Daten der Ressorts nicht zusammengeführt werden, und92 eine Statistik über alle Dauerparkplätze in Linz gibt es nicht.93 Laut Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) hat Linz 7.179 gebührenpflichtige Parkplätze, wie viele gebührenfreie es gibt, weiß die Stadt nicht.94 Die Parkraumbewirtschaftung liegt außerdem bei Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ).95
Ein digitales Parkleitsystem hat der Stadtsenat 2024 um veranschlagte 48.000 Euro als Konzept in Auftrag gegeben, umgesetzt werden sollte es 2025.96 Im April 2026 war es laut Hajart fertig ausgearbeitet und hat auf die politische Freigabe gewartet.97 Im Juli 2026 hat NEOS-Gemeinderat Georg Redlhammer kritisiert, dass über ein Jahr nach dem Antrag weder ein Arbeitsstand noch ein Zeitplan noch Ergebnisse vorliegen,98 und Hajart hat keinen Termin genannt, wann der Masterplan Parken in den Gemeinderat kommt, das hänge auch von den anderen zuständigen Mitgliedern des Stadtsenats ab.99 Für den Herbst 2026 hat er einen Bericht im Ausschuss angekündigt,100 und laut OÖNachrichten liegt der Masterplan frühestens 2028 vor.101
Im Mai 2026 hat die ÖVP mit Hajart einen eigenen Plan für eine Parkraumpolitik mit dem Ziel „mehr und leistbare Parkplätze“ vorgestellt.102 Ich habe mehr Parkplätzen eine klare Absage erteilt, weil das dem Klimaneutralitätskonzept widerspricht, das den Anteil des Autoverkehrs bis 2040 von rund 42 auf 23 Prozent senken soll.103 „Anstatt mehr Stellflächen zu schaffen, müssen die Vorhandenen, soweit möglich, prioritär den Bewohnern zur Verfügung stehen“, habe ich gesagt.104 Das Mobilitätskonzept von 2021 hatte noch das Ziel, den öffentlichen Raum von parkenden Autos zu entlasten, zugunsten von Busspuren, Radwegen, breiteren Gehsteigen und Begrünung,105 und Hajart hat im April 2026 gesagt, dass ihm dieses Ziel seines Vorgängers Markus Hein zu weit geht.106 In der Bürger:innenbefragung der Stadt 2026 befürworten knapp zwei Drittel der Befragten mehr Flächen für sanfte Mobilität statt für Autos.107 Wie viel Platz entsteht, wenn Parkplätze einmal anders genutzt werden, zeigen Linzer Initiativen am PARK(ing) Day, im September 2026 in der Hafnerstraße,108 und ich habe von dort geschrieben: „Statt Blech gibt’s heute Platz zum Sitzen, Reden, Spielen und Begegnen.“109
Als LinzPlus im Dezember 2025 eine Quartiersgarage im Kaplanhofviertel beantragt hat, wollten wir den Antrag dem Mobilitätsausschuss zuweisen, weil Quartiersgaragen auf Basis der Bedarfsanalyse aus dem Masterplan Parken geplant werden sollen. Die Zuweisung ist gescheitert, und beim Antrag selbst haben wir uns enthalten.110111 Im Oktober 2026 haben wir die Bebauungsplanänderung für das Projekt Froschberg 2.0 nicht mitgetragen, weil Hajart dort weiterhin kein Parkraummanagement vorgelegt hat.112