Linzer Stories

Radfahren in Linz

Der Radanteil in Linz ist von 7,2 auf 10,7 Prozent gestiegen, aber bei 69 von 100 Problemstellen hatte sich bis 2021 nichts geändert, und auf der Nibelungenbrücke wurde ein Radstreifen wieder zurückgebaut. Was wir seit 2016 aufgezeigt haben und was daraus geworden ist.

Von Helge Langer, Klubobmann der Grünen Linz. Stand: 27. Oktober 2026 · Chronik

Inhalt

Hundert Stellen und fünf Jahre später

Im Sommer 2016 sind wir 40 Kilometer des Linzer Radwegenetzes selbst abgefahren und haben dabei einen Katalog von über 100 Problemstellen erstellt,⁠1 die wir mit Fotos und GPS-Daten dokumentiert haben.⁠2 Als besonders gefährliche Hot-Spots haben wir unter anderem die Nibelungenbrücke, die Unionkreuzung, die Rudolfstraße und den Kreuzungsbereich Linke Brückenstraße genannt.⁠3 Den Katalog haben wir dem damaligen Infrastrukturstadtrat Markus Hein (FPÖ) übergeben, und er hat abgelehnt.⁠4 „Mit dem Budget kann man wirklich große Probleme nicht lösen, nur kleine Maßnahmen umsetzen“, hat Hein zu den 285.000 Euro gesagt, die damals im Jahr für den Radverkehr vorgesehen waren.⁠5 Vieles sei erst nach der Fertigstellung des Westrings möglich, und eine Nebenbrücke für Radfahrende um 5 Millionen Euro sei derzeit nicht finanzierbar.⁠6

Zwischen November 2020 und Mai 2021 haben wir uns die 100 Problemstellen noch einmal angeschaut.⁠7 Bei 69 hatte sich nichts geändert, 3 waren behoben, und bei den übrigen 28 gab es teils Verbesserungen, teils Baustellen oder sogar Verschlechterungen.⁠89 Fünf Jahre nach der Übergabe ist also fast nichts geschehen, wie wir im September 2021 festgehalten haben.⁠10

  • 69 unverändert seit 2016
  • 28 anderer Befund, teils besser, teils Baustelle oder schlechter
  • 3 behoben
Die 100 Problemstellen aus unserem Radwegecheck 2016, so wie wir sie zwischen November 2020 und Mai 2021 wieder vorgefunden haben.⁠8

Im Juni 2022 haben wir angekündigt, die Liste zum Tag des Fahrrads noch einmal zu übergeben, diesmal dem neuen Verkehrsreferenten Martin Hajart (ÖVP),⁠1112 als Unterstützung, denn er wollte beim Radverkehr das Tempo erhöhen.⁠13 Übermittelt habe ich ihm die 100 Problemstellen dann am Tag des Fahrrads.⁠14

Helge Langer hält ein langes Plakat mit der Überschrift „100 Problemstellen im Linzer Radwegenetz“ und einer Tabelle mit Fotos der einzelnen Stellen, hinter ihm die Donau
An der Donau, Juni 2022. Foto: Die Grünen Linz

Der Radstreifen auf der Nibelungenbrücke

Über die Nibelungenbrücke, 250 Meter lang mit sechs Fahrstreifen, fahren täglich rund 30.000 Fahrzeuge.⁠15 Radquerungen hat die Stadt dort 982.317 im Jahr 2024 gezählt und 878.213 im Jahr 2025.⁠16 Im Mai 2023 haben Land und Stadt angekündigt, dass die Brücke ab Herbst 2024 je einen Fahrstreifen pro Richtung für den Radverkehr bekommt, sobald die neue Westringbrücke für den Verkehr frei ist.⁠17 Verschoben wurde das Provisorium dann auf April 2025, offiziell, um es aus dem Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl herauszuhalten.⁠18

Helge Langer fährt mit Helm auf einem rot markierten Streifen am Rand der Nibelungenbrücke, daneben die Fahrbahn mit Autos
Nibelungenbrücke, Juni 2022. Foto: Die Grünen Linz

Die Radstreifen sollten ab 7. April 2025 freigegeben werden.⁠19 Am 15. April haben Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) und Vizebürgermeister Hajart dann entschieden, den Streifen auf der Seite des Neuen Rathauses nicht weiterzuführen, auf der Seite des Lentos ist er geblieben.⁠20 Begründet hat die Stadt das mit 97 brenzligen Situationen zwischen Straßenbahnen und Fahrzeugen, die die Linz Linien dokumentiert hatten.⁠21 Steinkellner hat dazugesagt, die Situation für Radfahrende solle sich verbessern, ohne dass es zu Einschränkungen für den motorisierten Verkehr kommt.⁠22 Schon am 17. April haben viele Menschen gemeinsam mit Anrainer:innen rund um die Rudolfstraße gegen den Umgang mit dem Radweg auf der Nibelungenbrücke protestiert, und ich war mit dabei.⁠23 Ab 24. April wurde der Streifen auf der Rathausseite wieder zurückgebaut.⁠24

Radfahrende, vorne ein Kind mit Helm, fahren auf dem rot markierten, mit Leitwänden abgetrennten Radstreifen über die Nibelungenbrücke, im Hintergrund die Brückenkopfgebäude
Nibelungenbrücke, 17. April 2025. Foto: Die Grünen Linz

Gemeinsam mit NEOS, MFG, KPÖ und Ahoi haben wir in einem Dringlichkeitsantrag verlangt, die Testphase bis Ende 2026 beizubehalten, und das Präsidium hat den Antrag für unzulässig erklärt, weil Hajart hier im übertragenen Wirkungsbereich die Zuständigkeit des Bürgermeisters ausübe.⁠25 Gekostet hat das Provisorium laut Hajart insgesamt 455.700 Euro, die Stadt hat davon 16.200 Euro getragen, und die Leitwände wurden angekauft, damit man sie weiterverwenden kann.⁠26 Bürgermeister Prammer (SPÖ) hat im Juni 2025 im Gemeinderat gesagt: „Kollege Steinkellner ließ dann aus der baulichen Umsetzung ein Provisorium machen, mit dem wir von Anfang an unglücklich waren.“ Und weiter: „Meiner Einschätzung nach war es so von vornherein zum Scheitern verurteilt.“⁠27 Die Testphase hätte zeigen sollen, ob die Radstreifen bei der Generalsanierung der Brücke dauerhaft bleiben.⁠28 Diese Sanierung verzögert sich, und das Provisorium bleibt laut ORF mindestens bis 2032.⁠2829

Mehr Radfahrende, aber zu wenig Geld

Trotzdem fahren die Linzerinnen und Linzer heute mehr Rad als früher, der Anteil der Wege mit dem Rad ist von 7,2 Prozent im Jahr 2012 auf 10,7 Prozent im Jahr 2022 gestiegen.⁠30 Der Gemeinderat hat im April 2014 beschlossen, den Radanteil bis 2020 auf 15 Prozent zu verdoppeln,⁠31 und die neue Fahrradstrategie setzt jetzt 18 Prozent bis 2032 als Ziel.⁠32 Bei der Linzer Radparade in der Europäischen Mobilitätswoche bin ich im September 2023 mitgefahren.⁠33

Helge Langer mit Sonnenbrille auf seinem Fahrrad zwischen weiteren Radfahrenden auf einer Straße, daneben ein grünes Lastenrad mit der Aufschrift „Mehr Grün in die Stadt“
Radparade, September 2023. Foto: Die Grünen Linz

Das Linzer Budget für Radverkehrsplanungen lag laut Fahrradstrategie in der Vergangenheit bei 2 bis 3 Euro pro Einwohnerin und Einwohner und wurde 2023 auf 10 Euro angehoben, während vergleichbare Städte im Schnitt bei 10 bis 15 Euro liegen.⁠34 Laut derselben Strategie kam Graz auf 17 Euro aus dem Stadtbudget und weitere 17 Euro vom Land Steiermark, Salzburg und Innsbruck auf je 15 Euro, jeweils dazu noch Geld für Marketing.⁠35 Beschlossen wurde die Fahrradstrategie 2024 nur mit dem Zusatz, dass Maßnahmen aus dem Geld bezahlt werden müssen, das schon im Budget beschlossen ist,⁠36 und im Voranschlag 2026 stehen für die Errichtung von Rad- und Wanderwegen 1,0 Millionen Euro.⁠37

Mehr Geld für den Radverkehr haben wir mehrfach beantragt, 2018 mit einer Radverkehrsoffensive für das Budget 2019⁠38 und ein Jahr später gemeinsam mit der ÖVP mit dem Vorschlag, sich beim Radbudget an Salzburg zu orientieren, und beide Anträge sind gescheitert.⁠39 Eine Mehrheit hat dagegen im Jänner 2023 unser Antrag bekommen, die Radroute über die Stahlstraße vom und in den Linzer Süden zu verbessern.⁠40

Helge Langer fährt mit Helm und Licht auf einem Radweg neben einer breiten Straße, im Hintergrund das Hochhaus der voestalpine und eine Rohrleitungsbrücke
Stahlstraße, Jänner 2023. Foto: Die Grünen Linz

Eine Nord-Süd-Route, die nicht kommt

Die wichtigste Radroute zwischen Hauptplatz und Urfahr und dem Linzer Süden ist laut Fahrradstrategie die Cityroute Ost durch die Schubertstraße, sie hat dort sehr hohe Priorität, und umgesetzt werden sollte ein erster Abschnitt 2024 und der Rest ab 2025.⁠41 Im September 2025 haben wir beantragt, diesen Radhighway in der Schubertstraße zeitnah umzusetzen, und ich habe das im Gemeinderat so begründet: „Das ist natürlich schade, da die Landstraße im gleichen Konzept klar als Fußgänger*innen- und Aufenthaltsachse vorgesehen ist. Daher braucht es dann umso mehr für den Radverkehr eine alternative Achse - die Schubertstraße.“⁠42 Vizebürgermeister Hajart hat gesagt, die Fahrradbeauftragte habe schon den Auftrag, das Schritt für Schritt umzusetzen, „aber auch unter der Voraussetzung, dass dort nicht zu viele Parkplätze wegfallen, weil der Parkdruck so hoch ist“,⁠43 und Bürgermeister Prammer hat auf das Innenstadtkonzept verwiesen, mit einem „mittelfristigen Planungshorizont von fünf Jahren bis 2030“.⁠44 Abgelehnt wurde unser Antrag, weil sich SPÖ und ÖVP enthalten und die FPÖ dagegen gestimmt hat.⁠45

Mit dem Westring hat die Stadt beim Radverkehr schon öfter argumentiert. 2016 hat Infrastrukturstadtrat Hein gesagt, vieles sei erst nach der Fertigstellung des Westrings möglich,⁠6 die Radstreifen auf der Nibelungenbrücke sollten mit der neuen Westringbrücke kommen,⁠17 und als Gemeinderat Clemens Brandstetter im Mai 2024 eine Nord-Süd-Radachse durch Dametz- und Humboldtstraße beantragt hat, hat Hajart gesagt: „Bis zur Eröffnung des Westrings, wo dann sicherlich eine Entlastungswirkung auch für diesen Straßenzug kommt, ist zur Kenntnis zu nehmen, dass hier viel Verkehr ist.“⁠46 Im Oktober 2025 hat der Gemeinderat diesen Antrag abgelehnt, SPÖ, ÖVP, FPÖ und NEOS haben sich enthalten.⁠47 Befahrbar sein soll der ganze Westring laut ASFINAG erst ab Dezember 2035.⁠48

Wir schauen wieder hin

Helge Langer mit Helm und Rad an einer Kreuzung in der Kaisergasse
Kaisergasse, September 2026. Foto: Die Grünen Linz

„Wir sind schon jetzt wieder mit dem Rad unterwegs und schauen uns die Problemstellen in Linz an, die uns gemeldet werden, damit sie diesmal nicht wieder fünf Jahre liegen bleiben.“⁠50

Helge Langer, Klubobmann der Grünen Linz

Wenn dir beim Radfahren in Linz eine Stelle auffällt, an der es eng oder gefährlich ist, dann melde sie uns mit Foto und Ort auf radwegecheck.linz.gruene.at, wir schauen sie uns an.

Belege

Weitere Ereignisse Jahr für Jahr stehen in der Chronik.

  1. Laut Tips vom 20.09.2016 fuhren die Linzer Grünen im Sommer 2016 40 Kilometer des Linzer Radwegenetzes selbst ab und erstellten dabei einen Katalog von über 100 Problemstellen.

    Radfahren in Linz: Dort zwickt es (Tips Linz), 20. September 2016. Medienbericht oder Studie. Zitat

  2. Die Grünen dokumentierten die Problemstellen des Radwegechecks 2016 nach eigener Aussage mit Fotos und GPS-Daten und clusterten sie in verschiedene Bereiche.

    Radfahren in Linz: Dort zwickt es (Tips Linz), 20. September 2016. Medienbericht oder Studie. Zitat

  3. Als besonders gefährliche Hot-Spots nannten die Grünen 2016 unter anderem die Nibelungenbrücke, die Unionkreuzung, die Rudolfstraße und den Kreuzungsbereich Linke Brückenstraße.

    Radfahren in Linz: Dort zwickt es (Tips Linz), 20. September 2016. Medienbericht oder Studie. Zitat

  4. Laut Tips (20.09.2016) wurde der Grüne Katalog an Infrastrukturstadtrat Markus Hein (FPÖ) übermittelt, der sich jedoch ablehnend zeigte.

    Radfahren in Linz: Dort zwickt es (Tips Linz), 20. September 2016. Medienbericht oder Studie. Zitat

  5. 2016 betrug das jährliche Linzer Budget für den Radverkehr laut Tips nur 285.000 Euro; Stadtrat Hein sagte, damit könne man nur kleine Maßnahmen umsetzen.

    Radverkehr und Linz: Politiker im Gespräch (Tips Linz), 28. September 2016. Medienbericht oder Studie. Zitat

  6. Stadtrat Hein verwies 2016 darauf, dass vieles erst nach Fertigstellung des Westrings möglich sei; eine Verbreiterung der Nibelungenbrücke (2,5 Mio. Euro) oder eine Nebenbrücke (5 Mio. Euro) seien derzeit nicht finanzierbar.

    Radverkehr und Linz: Politiker im Gespräch (Tips Linz), 28. September 2016. Medienbericht oder Studie. Zitat

  7. Die Grünen begutachteten alle 2016 abgefahrenen Stellen zwischen November 2020 und Mai 2021 erneut (Evaluierung des Radwegechecks, rund 40 Kilometer).

    Radwegecheck: Viele Probleme nach wie vor nicht behoben (Die Grünen Linz), 22. September 2021. Grüne Quelle. Zitat

  8. In der Grünen Evaluierung 2021 der 100 Problemstellen aus dem Radwegecheck 2016 ist bei 69 Stellen keine Änderung vermerkt ('Immer noch wie 2016!', 'Keine Verbesserung' oder 'Keine Veränderung'), bei 3 Stellen 'Problem behoben' und bei den übrigen 28 Stellen ein anderer Befund (etwa teilweise Verbesserung, Baustelle oder Verschlechterung).

    Die Grünen Linz, Evaluierung Problemstellen im Linzer Radwegenetz (Auszug), 2021, 2021. Grüne Quelle. Zitat

  9. Die Evaluierung 2021 verzeichnet auch Verbesserungen, etwa 'Problem behoben' bei drei Stellen (u. a. Fußweg ist nun auch Radweg, Schienen entfernt), eine neue Radwegmarkierung im Kreuzungsbereich, geänderten Vorrang zugunsten der Radfahrer und einen verlängerten Radweg in der Wiener Straße.

    Evaluierung Problemstellen im Linzer Radwegenetz (Auszug), Die Grünen Linz, 1. Juni 2022. Grüne Quelle. Zitat

  10. In der Aussendung 'Radwegecheck: Viele Probleme nach wie vor nicht behoben' vom 22.09.2021 erklärten die Grünen, fünf Jahre nach der Übergabe sei fast nichts geschehen.

    Radwegecheck: Viele Probleme nach wie vor nicht behoben (Die Grünen Linz), 22. September 2021. Grüne Quelle. Zitat

  11. Am 02.06.2022 kündigten die Grünen an, zum Tag des Fahrrads (3. Juni) dem neuen Verkehrsreferenten eine Auflistung von 100 Problemstellen aus dem Radwegecheck zu übermitteln.

    Grünes Geschenk zum Tag des Fahrrads (Die Grünen Linz), 2. Juni 2022. Grüne Quelle. Zitat

  12. Empfänger der Liste 2022 war Martin Hajart (ÖVP), wie linz.news im Titel 'Grünes Geschenk an Hajart zum Tag des Fahrrads' (02.06.2022) festhält.

    Grünes Geschenk an Hajart zum Tag des Fahrrads (Linz News), 2. Juni 2022. Medienbericht oder Studie. Zitat

  13. Die Grünen stellten die Liste 2022 ausdrücklich als Unterstützung dar, weil der aktuelle Verkehrsreferent angekündigt habe, beim Radverkehr das Tempo zu erhöhen; Schritte zu einer Radstrategie wie in Graz hätten ihre Unterstützung.

    Grünes Geschenk zum Tag des Fahrrads (Die Grünen Linz), 2. Juni 2022. Grüne Quelle. Zitat

  14. Helge Langer hat am Tag des Fahrrads im Juni 2022 dem neuen Verkehrsreferenten Martin Hajart die Grüne Auflistung von 100 Problemstellen im Linzer Radwegenetz übermittelt.

    Instagram @helgelanger, Beitrag vom 3. Juni 2022, 3. Juni 2022. Grüne Quelle. Zitat

  15. Laut Stadt Linz ist die Nibelungenbrücke 250 Meter lang und 30 Meter breit, hat sechs Fahrstreifen (drei je Richtung) und wird täglich von rund 30.000 Fahrzeugen gequert.

    Stadt Linz setzt mit Land OÖ Schritt zur Förderung des Radverkehrs, 11. März 2025. Primärquelle. Zitat

  16. Auf der Nibelungenbrücke zählte die Stadt Linz 2024 982.317 und 2025 878.213 Radquerungen (−10,6 %); 2021 waren es 700.687.

    Stadt Linz – Radfahren (Linzer Radzählstellen), 27. Oktober 2026. Primärquelle. Zitat

  17. Im Mai 2023 kündigten Land OÖ und Stadt Linz an, dass die Nibelungenbrücke ab Herbst 2024, unmittelbar zur Verkehrsfreigabe der Westringbrücke, je einen Fahrstreifen pro Richtung für den Radverkehr erhalten soll.

    Land OÖ / Stadt Linz, Pressekonferenz LR Steinkellner und Vzbgm. Hajart 9.5.2023, 9. Mai 2023. Primärquelle. Zitat

  18. Die Stadt Linz begründete die Verschiebung des Provisoriums auf April 2025 offiziell damit, das Projekt aus dem Wahlkampf zur Linzer Bürgermeisterwahl herauszuhalten.

    Stadt Linz setzt mit Land OÖ Schritt zur Förderung des Radverkehrs, 11. März 2025. Primärquelle. Zitat

  19. Laut Zeitplan der Stadt Linz erfolgten die Arbeiten in KW 13 (24.03. bis 30.03.2025) und KW 14; die Freigabe des Radwegprovisoriums war ab 07.04.2025 geplant.

    Stadt Linz setzt mit Land OÖ Schritt zur Förderung des Radverkehrs, 11. März 2025. Primärquelle. Zitat

  20. Am 15.04.2025 entschieden Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) und Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) gemeinsam, das Radweg-Provisorium auf der flussaufwärtigen Seite (Neues Rathaus) nach rund dreiwöchiger Testphase nicht weiterzuführen; flussabwärts (Lentos) blieb das Pilotprojekt aufrecht.

    Radweg-Provisorium auf der Nibelungenbrücke flussaufwärts wird beendet, 15. April 2025. Primärquelle. Zitat

  21. Als Begründung für den Abbruch nannte die Stadt eine Stellungnahme der Linz Linien mit 97 dokumentierten brenzligen Situationen zwischen Straßenbahnen und Fahrzeugen seit Projektstart sowie Gespräche mit dem Stadtpolizeikommando.

    Radweg-Provisorium auf der Nibelungenbrücke flussaufwärts wird beendet, 15. April 2025. Primärquelle. Zitat

  22. Steinkellner erklärte beim Abbruch, die Radverkehrssituation solle verbessert werden, ohne dass es zu Einschränkungen für den motorisierten Verkehr kommt.

    Radweg-Provisorium auf der Nibelungenbrücke flussaufwärts wird beendet, 15. April 2025. Primärquelle. Zitat

  23. Helge Langer war am 17. April 2025 beim Protest dabei, bei dem viele Menschen gemeinsam mit Anrainer:innen rund um die Rudolfstraße gegen den Umgang mit dem Radweg auf der Nibelungenbrücke protestiert haben.

    Instagram @helgelanger, Beitrag vom 17. April 2025, 17. April 2025. Grüne Quelle. Zitat

  24. Der Rückbau des flussoberseitigen Radstreifens begann am Donnerstagabend, 24.04.2025, nach abgeschlossenem Behördenverfahren und neuer Verordnung; Zieltermin für den ursprünglichen Zustand war Montag, 28.04.2025.

    LR Steinkellner / Vbgm Hajart: Rückbau des flussoberseitigen Radstreifens auf der Nibelungenbrücke, 24. April 2025. Primärquelle. Zitat

  25. Ein Dringlichkeitsantrag von Grünen, NEOS, MFG, KPÖ und Ahoi, die Testphase bis Ende 2026 beizubehalten, wurde laut Grünen vom Präsidium für unzulässig erklärt, weil Hajart im übertragenen Wirkungsbereich die Zuständigkeit des Bürgermeisters ausübe.

    Nibelungenbrücke: Rückbau des Radstreifens startet, 24. April 2025. Medienbericht oder Studie. Zitat

  26. Die Kosten des Radweg-Provisoriums auf der Nibelungenbrücke betrugen laut Hajart im Gemeinderat insgesamt 455.700 Euro; der städtische Anteil lag bei 16.200 Euro; die Leitwände wurden für eine Weiterverwendung angekauft.

    Wortprotokoll 30. GR-Sitzung 5.6.2025, C1.4 Anfrage Langer an Hajart (beantwortet 3.7.2025), 3. Juli 2025. Primärquelle. Zitat

  27. Bürgermeister Prammer (SPÖ) sagte im Gemeinderat am 05.06.2025, Steinkellner habe das Projekt als Provisorium ausführen lassen, womit die Stadt von Anfang an unglücklich gewesen sei; meines Erachtens sei es so von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen.

    Wortprotokoll 30. GR-Sitzung 5.6.2025, L22, 5. Juni 2025. Primärquelle. Zitat

  28. Stadt und Land kündigten am 11.03.2025 an, bis Ende 2026 sollten die Erkenntnisse aus der Testphase eine Entscheidungsgrundlage für eine dauerhafte Integration der Radfahrstreifen bei der für 2028 angesetzten Generalsanierung liefern.

    Stadt Linz setzt mit Land OÖ Schritt zur Förderung des Radverkehrs, 11. März 2025. Primärquelle. Zitat

  29. Laut ORF (14.04.2026) verzögert sich die für 2028 geplante Generalsanierung der Nibelungenbrücke; das Provisorium bleibt mindestens bis 2032. Steinkellner begründete das mit dem Westring als Ersatzroute, Prammer sieht keine andere Möglichkeit als einen Sanierungsbeginn 2032.

    Ein Jahr Radprovisorium auf Nibelungenbrücke, 14. April 2026. Medienbericht oder Studie. Zitat

  30. Laut Oö. Verkehrserhebung lag der Radanteil an den Wegen der Linzer Wohnbevölkerung 2012 bei 7,2 % (36.971 Wege), 2022 bei 10,7 % (65.584 Wege); das entspricht einem Plus von 77,4 % bzw. 28.613 Radwegen.

    Ergebnis der Oö. Verkehrserhebung 2022, Bezirk Linz-Stadt, 2023. Primärquelle. Zitat

  31. Laut Land Oberösterreich hat der Linzer Gemeinderat im April 2014 das Ziel beschlossen, den Radverkehrsanteil in Linz bis 2020 auf 15 Prozent zu verdoppeln.

    Land OÖ, Pressekonferenz LH-Stv. Hiesl 8.4.2015, 8. April 2015. Primärquelle. Zitat

  32. Die Fahrradstrategie 'L_NZ FAHR_RAD' setzt das Ziel, den Radanteil bis 2032 auf 18 % und bis 2042 auf 25 % der Wege zu steigern.

    Fahrradstrategie Linz – L_NZ FAHR_RAD, 23. Mai 2024. Primärquelle. Zitat

  33. Helge Langer ist im September 2023 bei der Linzer Radparade im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche mitgefahren.

    Instagram @helgelanger, Beitrag vom 16. September 2023, 16. September 2023. Grüne Quelle. Zitat

  34. Laut Fahrradstrategie lag das Linzer Budget für Radverkehrsplanungen in der Vergangenheit bei 2 bis 3 Euro pro Einwohner:in und wurde erst 2023 auf 10 Euro pro Einwohner:in angehoben; der Durchschnitt vergleichbarer Städte liegt bei 10 bis 15 Euro.

    Fahrradstrategie Linz – L_NZ FAHR_RAD, 23. Mai 2024. Primärquelle. Zitat

  35. Abbildung 51 der Linzer Fahrradstrategie weist städtische Radinfrastrukturbudgets pro Einwohner:in und Jahr aus: Linz 2023 10 Euro, Graz 17 Euro Stadt plus 17 Euro Land Steiermark, Wien 10 Euro Stadt plus 3 Euro Bezirke plus 0,5 Euro Marketing, Salzburg 15 Euro plus 1,9 Euro Marketing, Innsbruck 15 Euro plus 0,5 Euro Marketing.

    Stadt Linz / ÖIR: Fahrradstrategie Linz – Schritt für Schritt zur Fahrradstadt, November 2023. Primärquelle. Zitat

  36. Der Grundsatzbeschluss zur Fahrradstrategie legt fest, dass ihre Inhalte keine Vorentscheidung für die Maßnahmen sind und Umsetzungen nur aus bereits beschlossenen Budgetmitteln erfolgen dürfen.

    Wortprotokoll 22. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz, 23.5.2024, 23. Mai 2024. Primärquelle. Zitat

  37. Im Voranschlag 2026 sind für die 'Errichtung von Rad- und Wanderwegen' 1,0 Mio. Euro und für die AEC- und Lentos-Rampe 1,2 Mio. Euro vorgesehen; das Investitionsbudget Straßenbau und Verkehr beträgt 14,41 Mio. Euro.

    Stadt Linz – Voranschlag 2026: Erläuterungen – Investitionen, Dezember 2025. Primärquelle. Zitat

  38. Der Grünen-Antrag 'Radverkehrsoffensive – Budget 2019' wurde am 20. September 2018 mehrstimmig abgelehnt; SPÖ und FPÖ enthielten sich.

    Stadt Linz – 27. Sitzung des Gemeinderates am 20.9.2018, 20. September 2018. Primärquelle. Zitat

  39. Der gemeinsame Antrag von ÖVP und Grünen 'Salzburg als Vorbild beim Radwegebudget' wurde am 4. Juli 2019 mehrstimmig abgelehnt; SPÖ und FPÖ enthielten sich.

    Stadt Linz – 35. Sitzung des Gemeinderates am 4.7.2019, 4. Juli 2019. Primärquelle. Zitat

  40. Laut Helge Langer hat im Jänner 2023 der Grüne Antrag, die Radroute über die Stahlstraße vom und in den Linzer Süden zu verbessern, im Gemeinderat eine Mehrheit bekommen.

    Instagram @helgelanger, Beitrag vom 28. Jänner 2023, 28. Jänner 2023. Grüne Quelle. Zitat

  41. Laut Fahrradstrategie ist die Cityroute Ost durch die Schubertstraße die wichtigste Route zwischen Hauptplatz/Urfahr und dem Linzer Süden, mit sehr hoher Priorität; umgesetzt werden sollte 2024 Abschnitt 6 und ab 2025 die Abschnitte 2 bis 5 und 7.

    Stadt Linz / ÖIR: Fahrradstrategie Linz – Schritt für Schritt zur Fahrradstadt, November 2023. Primärquelle. Zitat

  42. Helge Langer begründete den Antrag „Radhighway Schubertstraße“ im September 2025 im Gemeinderat damit, dass die Landstraße als Fußgänger:innen- und Aufenthaltsachse vorgesehen ist und es deshalb für den Radverkehr eine alternative Achse brauche, die Schubertstraße.

    Wortprotokoll 32. Gemeinderatssitzung Linz, 25.09.2025, 25. September 2025. Primärquelle. Zitat

  43. Vizebürgermeister Hajart begründete im September 2025 die Enthaltung der ÖVP zum Antrag „Radhighway Schubertstraße“ damit, dass die Fahrradbeauftragte bereits den Auftrag habe, etwas auszuarbeiten, unter der Voraussetzung, dass dort nicht zu viele Parkplätze wegfallen.

    Wortprotokoll 32. Gemeinderatssitzung Linz, 25.09.2025, 25. September 2025. Primärquelle. Zitat

  44. Bürgermeister Prammer begründete im September 2025 die Enthaltung der SPÖ zum Antrag „Radhighway Schubertstraße“ damit, dass man im Innenstadtkonzept einen mittelfristigen Planungshorizont von fünf Jahren bis 2030 vereinbart habe.

    Wortprotokoll 32. Gemeinderatssitzung Linz, 25.09.2025, 25. September 2025. Primärquelle. Zitat

  45. Der Grünen-Antrag 'Radhighway Schubertstraße – zeitnahe Umsetzung der Nord-Süd-Hauptroute' wurde am 25. September 2025 mehrstimmig abgelehnt; SPÖ und ÖVP enthielten sich, die FPÖ stimmte dagegen.

    Stadt Linz – 32. Sitzung des Gemeinderates am 25.9.2025, 25. September 2025. Primärquelle. Zitat

  46. Zum Antrag „Nord-Süd-Radachse Innenstadt“ (Dametz- und Humboldtstraße) sagte Vizebürgermeister Hajart im Mai 2024: „Bis zur Eröffnung des Westrings, wo dann sicherlich eine Entlastungswirkung auch für diesen Straßenzug kommt, ist zur Kenntnis zu nehmen, dass hier viel Verkehr ist.“

    Wortprotokoll 22. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz, 23.5.2024, 23. Mai 2024. Primärquelle. Zitat

  47. Der Antrag 'Nord-Süd-Radachse Innenstadt' von GR Brandstetter und den Grünen (Radverbindung Bulgariplatz–Nibelungenbrücke) wurde nach Ausschussberatung am 23. Oktober 2025 mehrstimmig abgelehnt; SPÖ, ÖVP, FPÖ und NEOS enthielten sich.

    Stadt Linz – 33. Sitzung des Gemeinderates am 23.10.2025, 23. Oktober 2025. Primärquelle. Zitat

  48. Die ASFINAG-Projektseite (Stand 22.10.2026) nennt als Bauzeiten: Bauvorbereitung 07/2015–12/2018, Abschnitt 1 Donautalbrücke 01/2019–10/2024, Abschnitt 2 Tunnel Freinberg 07/2026–12/2032, Abschnitt 3 Westbrücke 03/2033–12/2035, geplante Verkehrsfreigabe 12/2035.

    ASFINAG Projektseite A 26 (abgerufen 22.10.2026), 22. Oktober 2026. Primärquelle.

  49. Wien investierte 2025 laut Bilanz der Stadt 57 Millionen Euro in Radinfrastruktur und begann 53 Projekte mit 20,4 Kilometern im Hauptradverkehrsnetz.

    Stadt Wien / Fahrrad Wien: Bilanz Radwegeausbau 2025, Jänner 2026. Primärquelle. Zitat

  50. Helge Langer, Klubobmann der Grünen Linz, sagte im Oktober 2026: „Wir sind schon jetzt wieder mit dem Rad unterwegs und schauen uns die Problemstellen in Linz an, die uns gemeldet werden, damit sie diesmal nicht wieder fünf Jahre liegen bleiben.“

    Helge Langer, Stellungnahme für die Grünen Stories, 27. Oktober 2026. Grüne Quelle. Zitat